Warum sollen wir kein Fleisch essen?


Warum sollen wir kein Fleisch essen?

fleischnahrung oval

Fleisch in seinem ursprünglichen Zustand, also ohne, dass es als Steak oder Klops gebraten auf dem Teller liegt, oder in einer anderen ansprechenden Form angerichtet ist, spricht unsere Sinne nicht anziehend an, oder? Also ich sage nein, denn schließlich sind wir keine Raubtiere, oder?
Bekommt denn jemand Appetit auf Ente, wenn er sie bei einem Spaziergang an einem sonnigen Tag am Bach watscheln sieht oder Lust auf Schweinshaxe, wenn er ein Schwein in einer Bucht der Massentierhaltung sieht? Besonders würde doch sicher jedem der Appetit vergehen, wenn er das an einem Haken gehängte Rind ausgenommen sieht.
Das, wovon wir uns nicht angezogen fühlen, hat die Natur nicht als Nahrung für uns vorgesehen, sonst wäre der ganze Aufwand, uns perfekt auszustatten, umsonst gewesen.
Der Schöpfer hat uns so geschaffen, dass Früchte, die in naturbelassenem Zustand sind, uns am stärksten anziehen und gleichzeitig wohltuend und verträglich für uns sind, solange wir nicht durch Gedankenwäsche konditionierrt sind.
Auch der Ort, wo Früchte natürlicherweise wachsen, beflügelt unsere Sinne. Welch Genuss ist es doch, an einem herrlichen Sonnentag über eine Obstwiese zu gehen oder im Garten sich zu schaffen machen. Uns locken die Walderdbeeren im Wald zum Naschen und die Blaubeeren zu sammeln, ist Genuss.
Immer wieder ist zu lesen oder in Gesprächen über Ernährung zu hören,  dass der Verzehr von Fleisch, sowie auch Kochkost wichtig für uns war, damit wir uns weiter entwickeln konnten zu höher entwickelten Lebewesen mit einem größeren Gehirn. Auch wird immer wieder gesagt, dass der Mensch schon in frühen Zeiten Jäger und Sammler war. Doch stimmt das?
Selbst Forschungsergebnisse zeigen immer deutlicher, dass der Mensch zwar ein Sammler war, doch statt ein Jäger mehr der Gejagte war. Er hatte ja garnicht die Möglichkeit, so wie wir  heute, einfach so, größere Tiere zu erlegen. Das Jagen von Tieren war ein richtig harter Job, der viel Muskelkraft und Ausdauer erforderte und sehr gefährlich war. Dazu wurde das Wild in der Natur erlegt. Heute weiß jeder, dass das Leben etwas anders aussieht als das des Frühmenschen und auch die Art und Weise, wie er zum Tierfleisch kommt. Und auch was Tiere heute meist für einen Leidensweg vor sich haben, bevor sie zur Schlachtbank geführt werden, sollte jeden bewusst sein.

„In einigen asiatischen Ländern wurden früher die zum Tode verurteilten Verbrecher ausschließlich mit gekochtem Fleisch ernährt. Gewöhnlich starben sie innerhalb von 28 bis 30 Tagen, während ein Mensch bei völliger Nahrungsenthaltung 70 Tage lang am Leben bleiben kann, d.h., daß gekochtes Fleisch nicht nur ein armer Nährstoff ist, sondern daß die Gifte, die es im menschlichen Körper freisetzt, in relativ kurzer zum Tode führen kann.“
 (Arshavir ter Hovannessian (ATERHOV):  „Unsere natürliche Nahrung – Rohkost", Herausgeber: Forschungsinstitut für Getreideverarbeitung, der Humboldt-Universität Berlin, S. 38)

 

Also, selbst wenn Tiere verspeist wurden, so blieb es doch eine Nahrung, die im Verhältnis zu Pflanzen bei weitem weniger zur Verfügung stand. Vielleicht war es meist eher Notnahrung, wenn keine oder nicht genügend Pflanzen zur Verfügung standen. So wie unser Körper auch in Notzeiten, wenn keine Kohlenhydrate zur Verfügung stehen oder während Hungerperioden, ohne Kohlenhydrate zuurechtkommt und er Ketone zur Energiegewinnung nutzt. 
Michalsen schreibt in seinen Buch "Mit Ernährung heilen", dass nachgewiesen werden konnte, dass die Gehirnentwicklung voranschritt, als der Frühmensch den afrikanischen Urwald verließ und in steppenartige Regionen zog. Er sieht es so, dass, selbst wenn der Mensch Fleisch verzehrt hat, es dann nur sehr selten auf seinem "Tisch" stand.
Wir wissen heute auch, dass tierisches Eiweiß zu viel Säure während des Stoffwechsels bildet. Zuviel Säure gelangt ins Blut und ins Gewebe;  die Nieren werden ebenfalls übermäßig belastet. Der Körper will natürlich die Säure effektiv abbauen. Was tut er? Wenn nicht genügend basische Mineralien aus der Nahrung zur Verfügung stehen, um die Säure zu neutralisieren, holt er sich diese aus Knochen und Zähnen. Das kann zu Kalziummangel führen. Ihm interessiert in dem Moment nicht, dass das zu Osteporose führen kann. Erst muß das "Feuer", das im Moment lichterloh brennt gelöscht werden, dass aktut ist.

„Wer also glaubt, dass unsere Fleischkost eine „kräftige“ Nahrung sei, befindet sich in einem schweren, ja folgeschweren Irrtum. Von unserer gesamten Nahrung schädigt und schwächt nichts so sehr die Lebenskraft unserer Zellen und den Stoffwechsel wie die Fleischkost, das Weißbrot, der Zucker und die Konserven.“ 
(Dr. Max Bircher Benner: „Fragen des Lebens und der Gesundheit“, Schwab Verlag, Pos. 747)

So wie unser Körper geschaffen ist, zeigt er uns, was für uns die beste Nahrung ist. Ich werde hier einige Tatsachen herausstellen, die uns von typsichen fleischverzehrenden Lebewesen, die auch von ihrer Physiologie dafür beschaffen sind, unterscheiden:

Fleischfresser haben eine porenlose Haut. Die Haut von uns Menschen enthält Millionen von Poren. Bei Fleischfressern kommt die Harnsäure beispielsweise nicht zur Kristallisation und sie werden nicht von Rheuma und Gicht gepeinigt wie wir Menschen. Knirschende und schmerzende Gelenke bekommen Raubtiere also nicht. Alles ist darauf eingerichtet, damit gut umzugehen bis zum Abbau dieser. Die Leber von Fleischfressern kann viel effektiver und mehr Harnsäure entgiften als die des Menschen.

Fleischfresser haben kleine bzw. sehr wenige Speicheldrüsen. Wir Menschen sind mit gut entwickelten Speicheldrüsen, die dazu dienen, Stärke zu verdauen, ausgestattet. Amylase wird bereits während des Kauens abgesondert, um Kohlenhydrate aufzuspalten. Die Verdauung von Eiweiß beginnt erst im Magen, wovon Fleischfresser goße Mengen auf einmal verdauen können.

Der Speichel von Fleischfressern reagiert bereits sauer,  so beginnt die Aufspaltung der hohen Eiweißmengen schon im Maul.  Der Urin ist ebenfalls immer sauer im Gegensatz zum menschlichen Urin, der basich ist. (sofern er sich artgerecht ernährt)

Fleischfresser haben eine bei weiten höhere Salzsäurekonzentration im Magen als wir Menschen. Die Verdauungssäfte von Fleischfressern sind viel konzentrierter als beim Menschen. Sie soll ca. zehnmal höher sein als die im menschlichen Magen. So können diese in kurzer Zeit das Fleisch samt Knochen gut verarbeiten, noch bevor Verwesungsprozesse einsetzen. Wird der Mensch durch hohen Fleichverzehr nun ständig gezwungen, mehr Salzsäure zu produzieren, also zur ständigen Überproduktion gezwungen wird, dann kann das zur Schädigung der Magenschleimhaut kommen, durch die ständige Überreizung.  

„Das Fleisch essen ist ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten des Barbarismus, die der Kulturmensch lange vergessen haben sollte. Reinheit des Gemüts kann nur aus Reinheit des Körpers hervorgehen und »niemals können erhabene Gefühle und Ideen aus Schweinsschlägeln, Würsten und Hühnerfricassee ausstrahlen«. Nach dem Gesetz der Evolution muss das Leben aus dem Pflanzenreich ins Tierreich übergehen. Die Übertretung dieses Gesetzes durch den Menschen hatte ein Stadium der Degeneration zur Folge, das nur die Zeit und richtige Lebensweise ändern können."
(Friedrich Feerhow: „Diät und seelische Entwicklung“, F. Schwab Verlag)

Fleischfresser haben scharfe, spitze Zähne, Reißzähne, um Tiere damit zu packen und zu zerreißen. Selbst die Backenzähne sind spitz und nicht flach wie bei uns Menschen. Wir haben keine Reißzähne, dafür flache Backenzähne zum Zermahlen von beispielsweise Nüssen und Samen.

Fleischfresser haben die Fähigkeit, Vitamin C selbst zu produzieren. Wir Menschen müssen es mit der Nahrung aufnehmen. Der Schöpfer wusste, dass das kein Problem ist bei der reichlichen Auswahl an Früchten, die uns als Nahrung zur Verfügung stehen

Fleischfresser haben einen rundlichen Magen, fast wie ein Sack. Wir Menschen dagegen haben einen Magen mit einem Zwölffingerdarm, den sogenannten zweiten Magen. Die Verdauung und Verwertung von Pflanzen braucht lange, denn alles soll gut aufgeschlossen werden, damit der Körper sich sämtliche  Nährstoffe herausziehen kann.

Fleischfresser haben das Enzym Urikase zur Verfügung, dass für den Abbau von der schwerlöslichen Harnsäure in leichtlösliches Allantoin nötig ist. Es ist bei diesen Tieren in Leber, Milz und Nieren gespeichert. 

Fleischfresser haben einen Verdauungstrakt von dreifacher Körperlänge. Wir Menschen haben einen Verdauungstrakt von zwölffacher Körperlänge. Die Abfallstoffe vom Fleischfresser können den Körper dadurch schnell verlassen. Beim Menschen kommt es auf diesem Weg  leicht zu Verwesungserscheinungen durch entstehendes Fäulnisgift, wenn sie Fleisch essen. Unser Verdauungstrakt eignet sich gut, um pflanzliche Nahrung, besonders Früchte zu verdauen.

Fleischfresser bewegen ihren Kiefer nur auf und ab. Wir dagegen auch seitlich und kreisend.

Fleischfresser haben einen glatten Dickdarm. Wir Menschen haben einen gewundenen Dickdarm.

Fleischfresser ernähren sich von Fleisch. Sie jagen das Tier, zerreißen es und fressen es roh. Sie haben auch die entsprechenden Krallen dazu.  Sie empfinden keinen Ekel, ein Tier zu töten, der Mensch von seiner Wesensart schon. Er muss erst einen empfindsamen Teil in sich abtöten oder verdrängen, bevor er dazu in der Lage ist. Solange er noch empfindsam ist, wird er, wenn er hungrig ist, sich nicht auf ein rennendes Huhn stürzen, um es zu fressen, sondern eher den Apfel essen, der ihn vor die Füße rollt oder Dank seines aufrechten Ganges, sich nach den Kirschen am Baum ausstrecken, um mit seinen Händen danach zu greifen und diese abzupflücken.
Im Grunde ist Fleisch schon schlecht, wenn es gekauft wird, denn der Fäulnisprozess beginnt rasant, nachdem das Tier geschlachtet ist. So werden mit dem Fleischverzehr viele Gift- und Fäulnisstoffe aufgenommen. Und nicht zu vergessen, in welche Panik ein Tier gerät, sobald es zur Schlachtbank geführt wird. Heftige Ausstöße vin Stresshormonen sind damit verbunden, die das Fleisch regelrecht vergiften.

»Schlachtung und Tötung der Tiere führen zu nachträglichen Substanzveränderungen (postmortale Prozesse, wie Totenstarre, Leichengiftbildung), welche eine erhebliche Desorganisation herbeiführen.«
(Dr. Max Bircher Benner: „Fragen des Lebens und der Gesundheit“, Schwab Verlag, Pos. 743)

Wir Menschen sind für Früchte und Nüsse bestimmt. Wir können uns an einen saftig frischen rotbackigen Apfel erfreuen. Er lacht uns an und wenn er vom Baum fällt und uns vor die Füße rollt, können wir kaum wiederstehen uns zu bücken und ihn aufzuheben und lustvoll hineinzubeißen. Wir haben doch gar keine Lust, Tiere zu jagen und zu schlachten und der Gang durch ein Schlachthaus würde uns doch eher übel stimmen.
Ich komme noch einmal auf die Harnsäure zurück, da diese schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen auf den Organismus haben kann.  Da wir Harnsäure also nicht zersetzen und entsprechend verarbeiten können, resultieren daraus nur zu leicht Kalzium-Harnstoff-Verbindungen. Folgeerscheinung können sein: Nierensteine, Osteoporose, kaputte Zähne, kaputte Knochen, verdichtete Arterien usw. Es kommt besonders stark zu Ablagerungen dieser Kalziumurate in den Gelenken, im unteren Rücken und den Füßen. Wir haben also das Problem, dass unser hartes Gewebe im Körper wie die Knochen porös und weich werden und unser weiches Gewebe wie unsere Haut und unsere Arterien hart. Viele Menschen wissen, wie sich Arthritis anfühlt, Gicht und Rheuma.

Erhöhen Sie in Ihrer Ernährung den Anteil basenbildender Kost und reduzieren Sie säurebildende Kost!
Ihr Körper wird es Ihnen danken!
Essen Sie Früchte, Salate, Gemüse, Nüsse und Samen ohne diese über 42 Grad zu erhitzen!

 

"Wir wissen aber aus der Untersuchung des Magen- und Darminhaltes der im National-Museum in Kopenhagen befindlichen Moorleichen und aus dem Zustand ihres Magen-Darmkanals und dem Zustand der Schleimhäute desselben: Unsere nordischen Vorfahren haben kein Fleisch vom Fisch und nichts vom Tier stammendes gegessen."
(Walter Sommer:  "Das Urgesetz der natürlichen Nahrung", Walter Sommer Verlag, 1991, S. 194)

 

 

"Von Kannibalen weiß man, daß das Menschenfleisch sehr schmackhaft sei. Nichts schmeckt so gut, wie Menschenfleisch, sagen sie, insbesondere das Fleisch von kleinen Kindern! Wenn also Schmackhaftigkeit und Gaumenfreuden allein den Ausschlag gäben... Vielleicht haben sie ja recht, denn sie kennen auch anderes Essen. Darin stimmen alle Kannibalen überein.
Aber ehrlich: Wer von euch könnte sich vorstellen, einen Menschen zu verspeisen? Wer kann sich vorstellen, einen Tiger zu essen? Wer kann sich vorstellen, ein Rehkitz zu essen? Wenn nicht euer Verstand wäre, der das ganze Programm der Vergangenheit enthält, oder wenn ihr eure Überzeugungen und Gewohnheiten beiseite und vorurteilsfrei hinsehen könntet: Ihr wärt erstaunt und bestürzt, wozu Menschen alles fähig sind.
Sich vegetarisch zu ernähren sollte weder etwas mit Moral noch mit Religion zu tun haben. Es ist eine Frage der Ästhetik. Es geht um euren Sinn für Schönheit, eure Sensibilität, euren Respekt und eure Ehrfurcht vor dem Leben."
(Osho:  "Die Kraft des freien Denkens"; Allegria-Verlag, Berlin, 2015, S. 284)

 

Fruechte blaetter

 
Quellen und Links:
Aterhov, Arshavir:  „Unsere natürliche Nahrung – Rohkost", Herausgeber: Forschungsinstitut für Getreideverarbeitung, der Humboldt-Universität Berlin
Bircher Benner, Dr. Max: „Fragen des Lebens und der Gesundheit“, Schwab Verlag
Campbell, T.Colin, Campbell, Thomas M.: “China Study” -Pflanzenbasierte Ernährung und ihre wissenschaftliche Begründung", Verlag systemische Medizin
Feerhow, Friedrich: „Diät und seelische Entwicklung“, F. Schwab Verlag
Sommer, Walter:  "Das Urgesetz der natürlichen Nahrung", Walter Sommer Verlag, 1991, S. 194
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/fleisch.htmlhttps://esser1.wordpress.com/2012/08/13/stresshormone-im-fleisch/
https://www.swissveg.ch/de/anatomie
 
 
Überarbeitet: März/2026
Ute Malina Rößner, ärztl. gepr. GesundheitsPraktikerin (FFL)
kh